FJ Schneider Heimatdichter Denkmal Aan et Freudeblömche Jahrbuch Seite 91 92 93 94 95 96 97
Wie die Ahle songe... CD 30.11.1969 Et Freudeblömche 1922 Us Heimatlied - En Rondfahrt 25.März 1998 Ming Heimat

 
Die Gedenkveranstaltung für den Bad Honnefer Heimatdichter Franzjosef Schneider anläßlich seines 25. Todestages und seines 110. Geburtstages eröffnet Bürgermeister Franz Josef Kayser am heutigen Mittwoch, dem 25. März 1998, um 20.00 Uhr im Kursaal mit folgendem Grußwort:

 

Liebe Honneferinnen und Honnefer!
Verehrte Gäste!

Es ist schon erstaunlich, doch zugleich auch beglückend, wenn jemand 25 Jahre nach seinem Tod diesen Kursaal immer noch bis auf den allerletzten Platz zu füllen vermag. Da muß das schon ein ganz besonderer Mensch gewesen sein.

Wie kein anderer vor ihm hat Franzjosef Schneider, et Freudeblömche, die Seele unserer Stadt verkörpert. In einem ernsten Gespräch bekannte er kurz vor seinem Tode mir gegenüber - Zitat -: "Ich habe den Anruf der Heimat vernommen. Und er war mir Berufung. Ein Leben lang!"

So konnte ich Franzjosef Schneider in der Grabrede, die ich als Bürgermeister im Dezember 1972 hielt, also auch die "Stimme der Heimat" nennen. Und hinzufügen: "Diese Stimme wird weiter klingen. In seinen Werken und in unseren Herzen."

Daß die Heimat uns alle wie ein schützender und doch zugleich wunderschöner Mantel umfängt, hat Franzjosef Schneider uns immer wieder intensiv in seinen Anekdoten, Erzählungen, Romanen und Theaterstücken erleben lassen.

Seine besondere Liebe galt dabei den "kleinen Leuten". Stets griff er ins pralle Menschenleben, einmal mit gutmütiger Ironie, rheinischer Fröhlichkeit, zuweilen gar mit humorvollen Derbheiten, vielfach aber auch mit tiefer Besinnlichkeit. Treffend lautet daher der Titel eines seiner typischen Werke "Minschekender".

Wir haben eine Straße im Honnefer Süden nach Franzjosef Schneider benannt. Und schon jetzt danke ich all den Mitwirkenden, die heute wiederum den - wie ihn viele nannten - "Anekdotenerzähler von Gottes Gnaden" lebendig werden lassen.

Ich selber durfte ihn zwei Jahrzehnte aus unmittelbarster Nähe erleben, bekam viele seiner Geschichten in der Redaktion als erster zu Gesicht oder Gehör, führte manches gute, vor allem zahllose fröhliche Gespräche mit ihm.

Fast an jedem Morgen kam Franzjosef Schneider in die HVZ, um mit meiner Chefin Nettchen Werber, auch sie war als Original ja stadtbekannt, den Lauf der Welt und die noch wichtigeren Honnefer Ereignisse zu beleuchten. Mühelos hätten die beiden allein die HVZ ersetzen können.

Nicht vorenthalten möchte ich Ihnen nun zum Schluß die Geschichte, wie ich unseren Heimatdichter kennenlernte. Als Neuling führte vor nunmehr fast 45 Jahren mein Chef mich in das Honnefer Leben ein. Und weil er selbst an jenem Tag verhindert war, sagte er mir: "Unser Heimatdichter wird Sie heute bei den Sebastianus-Schützen bekannt machen." Und Frau Nettchen nickte dazu.

Der Dichter kam, ich wurde ihm als Germanist vorgestellt, und wir unterhielten uns angeregt über den Schriftsteller Werner Bergengruen. Sichtlich beeindruckt folgte ich unserem Honnefer Dichterfürsten in das Hotel Klein, wo er mich den Sebastianer-Honoratioren an ihrem großenrunden Tisch - angefangen vom Sasse Hein, Aloys Reichert, Max Neunkirchen bis hin zum “Wedderhohn“ augenzwinkernd und im schönsten Honnefer Platt vorstellte:

"Su, dat es de uneheliche Sohn von Nettchen!"

Ich wünsche Ihnen allen einen besinnlichen, aber auch höchstvergnüglichen Abend!

FJ Schneider Heimatdichter Denkmal Aan et Freudeblömche Jahrbuch Seite 91 92 93 94 95 96 97
Wie die Ahle songe... CD 30.11.1969 Et Freudeblömche 1922 Us Heimatlied - En Rondfahrt 25.März 1998
Grußwort Freudeblömche: Franz Josef Kayser vom 25.03.1998



FJ Schneider Heimatdichter Denkmal Aan et Freudeblömche Jahrbuch Seite 91 92 93 94 95 96 97
Wie die Ahle songe... CD 30.11.1969 Et Freudeblömche 1922 Us Heimatlied - En Rondfahrt 25.März 1998 Ming Heimat

 
Die Gedenkveranstaltung für den Bad Honnefer Heimatdichter Franzjosef Schneider anläßlich seines 25. Todestages und seines 110. Geburtstages eröffnet Bürgermeister Franz Josef Kayser am heutigen Mittwoch, dem 25. März 1998, um 20.00 Uhr im Kursaal mit folgendem Grußwort:

 

Liebe Honneferinnen und Honnefer!
Verehrte Gäste!

Es ist schon erstaunlich, doch zugleich auch beglückend, wenn jemand 25 Jahre nach seinem Tod diesen Kursaal immer noch bis auf den allerletzten Platz zu füllen vermag. Da muß das schon ein ganz besonderer Mensch gewesen sein.

Wie kein anderer vor ihm hat Franzjosef Schneider, et Freudeblömche, die Seele unserer Stadt verkörpert. In einem ernsten Gespräch bekannte er kurz vor seinem Tode mir gegenüber - Zitat -: "Ich habe den Anruf der Heimat vernommen. Und er war mir Berufung. Ein Leben lang!"

So konnte ich Franzjosef Schneider in der Grabrede, die ich als Bürgermeister im Dezember 1972 hielt, also auch die "Stimme der Heimat" nennen. Und hinzufügen: "Diese Stimme wird weiter klingen. In seinen Werken und in unseren Herzen."

Daß die Heimat uns alle wie ein schützender und doch zugleich wunderschöner Mantel umfängt, hat Franzjosef Schneider uns immer wieder intensiv in seinen Anekdoten, Erzählungen, Romanen und Theaterstücken erleben lassen.

Seine besondere Liebe galt dabei den "kleinen Leuten". Stets griff er ins pralle Menschenleben, einmal mit gutmütiger Ironie, rheinischer Fröhlichkeit, zuweilen gar mit humorvollen Derbheiten, vielfach aber auch mit tiefer Besinnlichkeit. Treffend lautet daher der Titel eines seiner typischen Werke "Minschekender".

Wir haben eine Straße im Honnefer Süden nach Franzjosef Schneider benannt. Und schon jetzt danke ich all den Mitwirkenden, die heute wiederum den - wie ihn viele nannten - "Anekdotenerzähler von Gottes Gnaden" lebendig werden lassen.

Ich selber durfte ihn zwei Jahrzehnte aus unmittelbarster Nähe erleben, bekam viele seiner Geschichten in der Redaktion als erster zu Gesicht oder Gehör, führte manches gute, vor allem zahllose fröhliche Gespräche mit ihm.

Fast an jedem Morgen kam Franzjosef Schneider in die HVZ, um mit meiner Chefin Nettchen Werber, auch sie war als Original ja stadtbekannt, den Lauf der Welt und die noch wichtigeren Honnefer Ereignisse zu beleuchten. Mühelos hätten die beiden allein die HVZ ersetzen können.

Nicht vorenthalten möchte ich Ihnen nun zum Schluß die Geschichte, wie ich unseren Heimatdichter kennenlernte. Als Neuling führte vor nunmehr fast 45 Jahren mein Chef mich in das Honnefer Leben ein. Und weil er selbst an jenem Tag verhindert war, sagte er mir: "Unser Heimatdichter wird Sie heute bei den Sebastianus-Schützen bekannt machen." Und Frau Nettchen nickte dazu.

Der Dichter kam, ich wurde ihm als Germanist vorgestellt, und wir unterhielten uns angeregt über den Schriftsteller Werner Bergengruen. Sichtlich beeindruckt folgte ich unserem Honnefer Dichterfürsten in das Hotel Klein, wo er mich den Sebastianer-Honoratioren an ihrem großenrunden Tisch - angefangen vom Sasse Hein, Aloys Reichert, Max Neunkirchen bis hin zum “Wedderhohn“ augenzwinkernd und im schönsten Honnefer Platt vorstellte:

"Su, dat es de uneheliche Sohn von Nettchen!"

Ich wünsche Ihnen allen einen besinnlichen, aber auch höchstvergnüglichen Abend!

FJ Schneider Heimatdichter Denkmal Aan et Freudeblömche Jahrbuch Seite 91 92 93 94 95 96 97
Wie die Ahle songe... CD 30.11.1969 Et Freudeblömche 1922 Us Heimatlied - En Rondfahrt 25.März 1998